Dies ist wahrscheinlich die häufigste Frage beim Übergang von Digital zu Druck. Das Gefühl, dass das gedruckte Foto "flau" wirkt oder weniger Details in den Schatten aufweist, ist fast immer auf einen grundlegenden physikalischen Unterschied zwischen den beiden Medien zurückzuführen: Emittiertes Licht vs. Reflektiertes Licht.
1. Das physikalische Phänomen Ihr Monitor ist ein hintergrundbeleuchtetes Gerät. Er funktioniert wie eine Lampe, die Licht direkt in Ihre Augen projiziert, wodurch Farben leuchtend und Schatten heller wirken, selbst in dunklen Umgebungen. Papier hingegen ist ein reflektierendes Medium. Es hat kein eigenes Licht; um das Bild zu sehen, muss Umgebungslicht auf das Papier fallen und in Ihre Augen reflektiert werden.
2. Zu hohe Monitorhelligkeit Die meisten modernen Monitore sind ab Werk mit einer sehr hohen Helligkeit eingestellt (oft über 300 cd/m²), um den Verbraucher im Geschäft zu beeindrucken. Wenn Sie Ihre Fotos bei maximaler Bildschirmhelligkeit bearbeiten, nehmen Ihre Augen das Bild als gut ausgeleuchtet wahr. Die tatsächliche digitale Datei (die mathematischen Daten des Bildes) kann jedoch unterbelichtet (dunkel) sein. Im Grunde genommen "zwingt" der Monitor Licht in ein Bild, das eigentlich dunkel ist. Wenn dieses Bild auf Papier gebracht wird (das kein eigenes Licht hat), verschwindet dieses "künstliche Licht" des Monitors und die wahre Belichtung des Fotos wird sichtbar.
Wie lässt sich das lösen?
Helligkeit anpassen (Kalibrierung): Wie in unserem Kalibrierungsleitfaden erwähnt, empfehlen wir, die Helligkeit Ihres Monitors auf Werte zwischen 90 cd/m² und 120 cd/m² zu senken. Der Bildschirm sollte ähnlich aussehen wie ein Blatt Papier unter normalem Leselicht und nicht wie eine eingeschaltete Glühbirne.
Vertrauen Sie dem Histogramm: Ihre Augen passen sich dem Licht an, die Mathematik jedoch nicht. Überprüfen Sie immer das Histogramm in Ihrer Bearbeitungssoftware. Das Histogramm ist ein visuelles Diagramm, das die exakte Lichtmenge in Ihrem Bild mathematisch und unparteiisch anzeigt. Es sagt Ihnen die Wahrheit über die Belichtung und ignoriert dabei die Helligkeit Ihres Monitors.
Linke Seite des Diagramms: Repräsentiert die Schatten und Schwarztöne. Rechte Seite des Diagramms: Repräsentiert die Lichter und Weißtöne.
Wenn das Diagramm auf der linken Seite "anschlägt" oder sich dort häuft, ist Ihr Foto technisch zu dunkel und verliert im Druck an Details, auch wenn es auf dem Bildschirm gut aussieht.
Wo finden Sie es? In den allermeisten professionellen Bildbearbeitungsprogrammen (wie Adobe Lightroom, Photoshop oder Capture One) befindet sich das Histogramm in der oberen rechten Ecke des Bildschirms, innerhalb des Bearbeitungs-/Entwicklungsmoduls.